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Besuch aus Amerika

Schmahl-Nachfahren in Essenheim

Das Bild zeigt Madison, Jan und  Makenzie Kaiser aus Iowa bei ihrem Besuch in Essenheim
Jan Kaiser und ihre Töchter Madison und Makenzie aus Iowa, USA, bei ihrem Besuch in Essenheim am 16. Mai 2007

Am 16. Mai 2007 besuchte Jan Kaiser aus Des Moines, Iowa, USA, mit ihren beiden Töchtern Makenzie und Madison die Heimat ihrer Vorfahren in Essenheim.

Jans Großmutter Iva Small war eine Nachfahrin von Lorenz Schmahl aus Essenheim. Lorenz Schmahl wurde als 6. Kind von Lorenz Schmahl und Maria Barbara Krämer am 10. Juni 1708 in Essenheim geboren. 1743 ging er mit seiner Frau und 5 Kindern in die amerikanischen Kolonien. Die Familie siedelte sich im York County in Pennsylvania an, westlich des Einwandererhafens Philadelphia. Der Familienname wurde in Small angliziert.

Um 1840 zog es eine Small-Familie westwärts. Über eine Zwischenstation im Bundesstaat Illinois ging es weiter nach Iowa im Mittleren Westen. Dort ist die Familie seit etwa 1880 in der Nähe der Hauptstadt Des Moines ansässig.

Jan Kaiser ist Marketing Manager in der Öffentlichen Bücherei von Des Moines. Ihre Liebe zur Literatur hat sich auch auf ihre beiden Töchter vererbt. Makenzie, die ältere, studiert seit etwa einem Jahr in Freiburg im Breisgau Germanistik und vergleichende Literaurwissenschaft und spricht fast perfekt deutsch. Die jüngere Tochter Madison geht noch zur Schule und möchte nächstes Jahr in Irland Theaterwissenschaften studieren.

Ihren 14-tägigen Besuch in Freiburg nutzten Jan und Madison, um Deutschland und Frankreich kennen zu lernen. Auf dem Programm standen unter anderem Schwarzwald und Elsaß, Berlin und Frankfurt. Von Frankfurt aus ging es mit Bahn und Bus nach Essenheim. Übrigens lobten sie den deutschen ÖPNV sehr, in Iowa muss es wohl noch viel schlimmer sein als bei uns.

Nach einem ersten Kennenlernen und dem Austausch von genealogischen Informationen, um den Grad der doch schon etwa 300 Jahre zurückreichenden Verwandtschaft festzustellen, ging es zu einem Rundgang durch das Dorf. Dabei wurden Rathaus, Kirche, Friedhof und ein heute noch anhand einer Inschrift von 1740 auf einem Fenstersturz als Schmahl-Haus zu identifizierendes Gebäude in der Hauptstraße besucht und viele Fotos gemacht.

 

Auf den Spuren der Familie Hassinger

Das Bild zeigt Katarina und Joe Petritsch, Bürgermeister Ingo Kleinfelder und Julie Petritsch vor dem Rathaus von Wörrstadt
Katarina und Joe Petritsch, Bürgermeister Ingo Kleinfelder und Julie Petritsch vor dem Rathaus von Wörrstadt

1748 wanderte Johannes Hassinger aus Schornsheim mit seiner Familie in die englische Kolonie Pennsylvania aus. Einer seiner Nachfahren, Joe Petritsch, befasst sich seit Jahren intensiv mit der Erforschung der Familiengeschichte.

Am 16. Juni 2007 besuchte er mit seiner Frau Julie und der achtjährigen Tochter Katarina die Heimat seiner Vorfahren.

Der Auswanderer Johannes Hassinger lies sich mit seiner Frau Maria Catharina geb. Reineck und seinen sieben Kindern in Richmond Township, Berks County, nieder. Dieses Gebiet war damals noch Grenzland und immer wieder gab es Auseinadersetzungen zwischen den Siedlern und den dort lebenden Indianern.

Um 1825 zog ein Zweig der Hassinger-Familie weiter nach Westen in den Bundesstaat Ohio. Aus diesem Familienzweig, der sich später Hossinger nannte, stammt auch Joe Petritsch. Seine Ururgroßmutter Lucinda Hossinger wurde 1837 in Richland County in Ohio geboren und heiratete 1858 Michael Easterday (Ostertag). Joe lebt heute mit seiner Familie in Huntington Beach im sonnigen Süden Kaliforniens.

Das Bild zeigt Joe Petritsch, Bürgermeister Ingo Kleinfelder und Stefan Mossel in der Evangelischen Kirche in Wörrstadt
Joe Petritsch, Bürgermeister Ingo Kleinfelder und Stefan Mossel in der Evangelischen Kirche in Wörrstadt

Der Vater des Auswanderers Johannes Hassinger, Antonius Hassinger, wurde 1662 in Wörrstadt geboren, heiratete um 1690 nach Schornsheim und ist der Stammvater der auch heute noch zahlreichen Hassinger in Schornsheim.

In Wörrstadt lassen sich die Hassinger noch weit zurückverfolgen. Bereits im Jahr 1494 wird in einem kurpfälzischen Salbuch ein Hasinger erwähnt. Später nahmen Angehörige der Familie als kurpfälzische Fauthen (Vögte) eine hervorgehobene Stellung in der Gemeinde ein.

Bürgermeister Ingo Kleinfelder von Wörrstadt nahm sich die Zeit, die Gäste aus den USA durch den Ort zu führen. Die evangelische Kirche, der Neun-Röhren-Brunnen, das älteste Haus von Wörrstadt, das historische Tagelöhnerhaus und das heutige Rathaus waren Stationen auf dem Rundgang. Zur Erinnerung an den Besuch in Wörrstadt überreichte Bürgermeister Kleinfelder ein paar Gastgeschenke.

Das Bild zeigt Joe, Julie und Katarina Petritsch vor dem Denkmal der Heiligen Lioba in Schornsheim
Joe und Julie Petritsch mit Tochter Katarina vor dem Denkmal der Heiligen Lioba in Schornsheim

Nächste Station der Amerikaner war das nur wenige Kilometer entfernte Schornsheim, von wo Joes Urahn 1748 in die amerikanischen Kolonien ausgewandert war. Vom Ortsmittelpunkt am Dorfplatz ging es zu Katholischen Kirche, die malerisch auf einer Erhebung gelegen ist. Die Kirche ist der Heiligen Lioba geweiht, die ihren Lebensabend in Schornsheim verbrachte und dort 782 verstarb. Auf dem Friedhof hinter der Kirche befinden sich zahlreiche Grabsteine von Angehörigen der Familie Hassinger, die von Joe fotografiert wurden.

Joe Petritsch arbeitet an einer Familienchronik seiner Vorfahren Hossinger und Easterday und behandelt darin auch die Heimat der Auswanderer in Deutschland. Dazu hat er sich Auszüge aus Kirchenbüchern und Archivunterlagen beschafft. Die Übersetzung der alten deutschen Begriffe ist nicht immer einfach und moderne Wörterbücher helfen dabei meist nicht weiter.  Gemeinsam wurde am Nachmittag bei einem Glas Wein bzw. Bier versucht, einige knifflige Textpassagen zu übersetzen.

Am nächsten Tag flogen Joe und seine Familie weiter nach Rom, um von dort aus eine Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer anzutreten.

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